In der letzten Ausgabe von Die KOLUMNE schrieb ich über einen fliegenden DeLoreon. Für alle Unwissenden: Es handelt sich hier um das Auto, welches im Film „Zurück in die Zukunft“ in eine Zeitmaschine umgebaut wird. Wir stellen uns jetzt einmal folgendes Szenario vor: Die Menschheit wäre wirklich eines Tages auf dem Wissensstand, eine solche Apparatur zu entwickeln. In welche Epochen würdet ihr alle vor oder zurückfliegen wollen? Picken wir uns einfach mal das so genannte finstere Mittelalter heraus. Wir fliegen mit unserem DeLoreon zurück ins Bayern des Jahres 1020.

Wir schlendern durch die Straßen von Augsburg und gehen über den Marktplatz. Hinter uns ein Aufschrei, jemand hat einen Apel von einem Stand gestohlen. Zwei Gassen später wird er aufgegriffen, am Abend noch hängt der Dieb, der vielleicht nur seine Familie irgendwie ernähren wollte, unter dem Gröhlen der Bevölkerung am Galgen. Uh, wie unschön denken wir uns! Wir gehen weiter. Im Laufe unseres Mittelaltertrips kommen wir immer wieder an armen Seelen vorbei die wegen Verrat gerädert, wegen Ketzerei verbrannt, wegen Ehebruch geköpft, wegen Überfall gerädert oder zersägt werden. Was für ein überzogenes Strafmaß, was müssen die Menschen doch dumm gewesen sein? Wir fliegen zurück ins Jahr 2020, in eine zivilisiertere Welt mit Gerechtigkeit und Humanität!

Nun googeln wir einfach mal aus Langeweile oder sehen uns im World Wide Web ein paar Nachrichten an. Gewaltverbrecher (physisch und psychisch), die wahrlich eine Bedrohung für die Mitmenschen darstellen, und vor denen die Gesellschaft eher geschützt werden sollte, wandern nur 3 Jahre ins Gefängnis. Steuerhinterzieher dagegen 5 Jahre. Schmierfinke, die Graffitis an öffentlichen Gebäuden hinterlassen werden auch schon mal 2 Jahre weggesperrt. Man kommt aufgrund des unverhältnismäßigen Strafmaßes wieder mal ins Grübeln. Man ist geneigt wieder in den DeLoreon zu steigen, um zu erfahren, ob denn die Menschheit in der Zukunft eines Tages mal ein vernünftiges Strafmaß finden wird.

Sicher, der ein oder andere tippt vermutlich jetzt schon in die Tasten „Vergleicht der Junge gerade die brutalen Todesstrafen im Mittelalter mit der heutigen Zeit?!“. Und in der Tat, einen Zeitabstand von 1000 Jahren kann man natürlich nicht miteinander vergleichen, aber wohl die Kontinuität, dass die Menschen wohl nie ein gesundes Mittelmaß an Strafen finden werden!


Was für eine schöne Einleitung. Und da wären wir auch schon beim heutigen Thema!

Ihr habt es sicherlich mitbekommen. Der, mittlerweile stadtweit bekannte Künstler Bernie McQueen (Schaffer und Verbreiter der Augsburgblume), seines Zeichen Ehemann unserer Stadträtin Lisa, wurde nun wegen illegalem Graffiti von einem Gericht verurteilt und sitzt mittlerweile eine Haftstrafe ab. Unsere Gegner schlecken sich jetzt schon die Mäuler, das wissen wir. Schön nachzusehen in diversen Facebookposts von einschlägigen lokalen Medien. Unsere Sympathisanten dagegen, siehe z.B. den dazugehörigen Augsburger Allgemeine Artikel vom 29.07.2020, halten uns immer noch die Stange.

Nun sehen wir uns aber auch als Die PARTEI zu einem Statement veranlasst.


Wir als sehr gute Partei Die PARTEI stehen natürlich geschlossen hinter unserer Stadträtin Lisa und ihrem Ehemann Bernie. Wir schätzen seine Kunst, seine Art, sein Talent und seinen Willen, die Fuggerstadt, und sei es nur durch ein paar einfache Zeichnungen, ein kleines bisschen schöner zu machen.

Aber: Wir wissen selbstverständlich auch, dass das Bemalen von öffentlichem Eigentum eine Illegalität darstellt und dafür die Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Das R in PARTEI steht immerhin für „Rechtsstaat“, und dessen Regeln und Normen respektieren wir auch. Doch hier kommt der Knackpunkt:

Um was es uns hauptsächlich bei der ganzen Thematik geht: Ist die Art des Umgangs mit Künstlern in der Stadt, das Strafmaß und die Auslegung mancher Politiker für die Kunstszene der Stadt Augsburg.


Der Freistaat Bayern, und damit die seit Jahrzehnten regierende csU, war schon immer ein Sonderfall in Deutschland. In keinem anderen Bundesland ist die Strafauslegung für illegales Graffiti so hoch wie hier, nirgendwo sonst wird es so stark (auch mit Haftstrafe) geahndet. In der Regel ist in anderen Bundesländern ein hohes Bußgeld fällig, was den betreffenden freien Künstlern – in der Regel selbstständig – langfristig mehr weh tut.

Laut dem Bayerischen Gesetz gilt es schon als Sachbeschädigung, wenn man nur das Aussehen einer Sache verändert. Auch mit wasserlöslicher Kreide. Ich denke somit hat sich fast jeder von uns schon einmal strafbar gemacht der als Kind mit Kreide etwas auf einen Bürgersteig oder auf eine Wendeplatte gezeichnet hat. Die Bajuwaren….schon immer ein Volk von Verbrechern gewesen! Karl der Große tat gut diesen gottlosen und gesetzeslosen Haufen zu unterwerfen!


Unseren Unmut über den Umgang mit freien Künstlern möchte ich nochmal kurz an drei Beispielen erläutern, bevor ich zum Schlussfazit komme:

– Bei niemand geringerem als König Markus I., nein halt…. Ministerpräsident Markus Söder hätte als nächste Instanz für Bernie ein Gnadengesuch gestellt werden sollen. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat dieses bevor es weitergegeben kann bisher weder abgelehnt, noch ihm stattgegeben. Logisch! Warum den nächsten Bundeskanzler auch mit so kleinen Fischen beschäftigen lassen, wenn doch die Umfragewerte gerade so hoch, und die mögliche Kanzlerkandidatur in greifbarer Nähe ist? Immerhin kommt jetzt, nachdem wir mit einem Lockdown (der konsequenterweise kommen musste) monatelang vieles bewusst runtergefahren haben, das logische Wirtschaftswachstum in welchem man sich sonnen kann! Muss mal meinen Opa fragen, ob der damals auch den amerikanischen Bombern gedankt hat, dass sie alles zerschossen haben, weil nur so das Wirtschaftswunder durch Wiederaufbau möglich war. Ach verdammt, der Geschichtsstudent schweift schon wieder ab – nächster Punkt!

– Der Augsburger Stadtrat hat letztes Jahr entschieden, nach Beschlussvorlage der csU, dass die Innenstadt in einem bestimmten Radius nicht mehr bunt gestaltet werden darf. Kein Eigentümer darf mehr seine Hausfassade farbig/bunt anstreichen. Unabhängig vom Baujahr des Hauses. Schade, dabei schmücken wir uns doch so gerne mit Häusern wie dem Weberhaus am Moritzplatz, weil das doch so schön bemalt und bunt ist. Vielleicht sollten wir mal einen Antrag stellen alle weisen Häuser zumindest mit blauen Rauten anmalen zu dürfen? Mehr Bayern geht ja dann wohl nicht!

Das Copyright für das Weberhausbild: Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Weberhaus_(Augsburg)

– Man munkelst diverse Künstler hätten gute Aufträge in der Augsburger Innenstadt erhalten können, auf Wunsch der Objektbesitzer. Politische Obrigkeiten fanden dies allerdings nicht so fein, und legten ein Veto ein. Wenn persönliche Fehden in das Berufsleben anderer Menschen eingreifen…


Zusammengefasst: Kunst ist KEIN Verbrechen, Sachbeschädigung schon. Wir stehen zu unserer Gesetzgebung und können es auch völlig nachvollziehen, dass bei Verstoß gegen diese eine Bestrafung die logische Konsequenz ist. Was wir aber anprangern ist der Umgang mit den Kunstschaffenden und das Strafmaß, diese wegzusperren. Wir sind nicht in der Position dies in nächster Zeit ändern zu können, aber anprangern können wir es durch unsere Meinungsfreiheit allemal.

Schafft künstlerische Flächen, geht mit den Künstlern in Dialoge, versucht ihre Lage zu verstehen, behandelt sie nicht wie Schwerverbrecher, setzt für Graffiti nicht das gleiche Strafmaß an wie für Gewaltverbrecher, und zeigt euch bitte als Großverdiener, die die hohen Viecher in der Politik nun mal sind, nicht so abwertend den selbstständigen Künstlern gegenüber, die nicht eurem Verhalten oder Geschmack entsprechen. Wir finden das schlimm!

Unseren Standpunkt muss niemand vertreten. Das ist ja gerade das Schöne an der Meinungspluralität in unserem Land.

Und zum Ende spanne ich nochmal den Bogen zu meiner DeLoreon Zeitreise. An alle, die in Facebook-Kommentaren Sätze und Forderungen fallen lassen wie „Richtig so, auf ewig wegsperren diese Verbrecher“ etc.: Ihr wärt vermutlich auch damals diejenigen gewesen, die beim Aufhängen, Rädern, Vierteilen und Zersägen von Verurteilten in der ersten Reihe stehend die Menschen noch einmal bespuckt und dem Henker zugejubelt hätten, wenn dieser den abgeschlagenen Kopf der pöbelnden Menge präsentierte. Hat sich die Menschheit in den letzten 1000 Jahren in gewissen Dingen wirklich zivilisierter weiterentwickelt?

Zum Ende wieder die „Liste der coolen Leute“:

Bernie McQueen, für das Erschaffen der Augsburg Blume, die wir zwar alle gernhaben, aber über den Künstler gerne mal schweigen.

Lisa McQueen, dafür, dass sie mal wieder eine halbe Seite in der Augsburger Allgemeinen bekommen hat und dafür bestimmt ein paar Leute ärgern konnte!

Krisenmanagement. Ein Wort, welches gerne mal missbraucht wird und woraus völlig neue Be-rufsgruppen geschafft werden können. Die Rede ist vom Krisenmanager. Der Augsburger Stadtrat, bzw. diverse Mitglieder, schreiben sich gerne mal aufs Haupt „Krisenmanager“ zu sein. Aber was macht der Krisenmanager in krisenlosen Zeiten? Wie der Soldat, der sich nach dem Friedensschluss nutzlos fühlt, so mag es wohl auch dem ein oder anderen Krisenmanager in unserer Fuggerstadt gehen. Was also tun?

Am besten wäre es wohl, einfach die existierenden „Krisen“ soweit es geht in die Länge zu ziehen, damit der Krisenmanager sie auch immer wieder neu zu bewältigen hat. Schön zu sehen letzten Donnerstag; es war mal wieder Stadtratssitzung!

Gekonnt nach dem Motto: Wenn ich mein Fahrrad schiebe, habe ich bei der Strecke die ich da-mit zurücklegen wollte ja mehr davon! Klingt gut, ist aber doch irgendwie seltsam…


Zum Klimacamp am Rathaus sei an dieser Stelle nichts gesagt, es wurde schon genug geredet. Herrliches Beispiel von Problemverzögerung der Stadt: Anstatt auf die Aktivisten zuzugehen, mit ihnen zu reden, Probleme zu lösen, wird lieber der Versuch gewagt das Camp zu räumen, oder die Probleme einfach auszusitzen. Das arbeitslose Pack kann schließlich nicht ewig durchhalten.

Und siehe da, sapperlott, die zotteligen Hippies liegen jetzt schon am Eingang vor dem Rathaus auf dem Boden. Wie würden die Stadträte reagieren, die ja zwangsläufig an ihnen vorbei müssen? Die Aktivisten haben jedoch nicht den Altersdurchschnitt des Stadtrates bedacht: Wir reden von der Generation Tetris! Gekonnt wussten die Stadträte wo sie sich selbst als Baustein in die Menge einbinden konnten, um so gekonnt über die lästigen Bodenplatten und über das Plakat in die gesicherte Zone des Gratiskaffee und kostenlosen Lunchpaketes aka Stadtratsaal zu gelangen. Wir sind gespannt welche Taktik sich das Camp als nächstes überlegt! Toi Toi Toi!

Bildquelle: Stefan Krog, Augsburger Allgemeine

Hurra, dann ging es endlich in das Rathaus um den nächsten aufgeschobenen Krisenmanagement-Punkt mitzuerleben: Die Diskussion um die Kostensteigerung des Staatstheaterumbaus!

Zu Beginn hatten wir gemischte Gefühle. Erstmal flog uns der Hut weg! Es waren nicht mehr nur 15 Sitzplätze für den Plebs, der weiterhin einen Stock tiefer vor einem Fernseher sitzen musste, hergerichtet, sondern viel mehr. Hat sich unser Tipp doch mal auf dem Rathausspeicher nach mehr Stühlen umzusehen gelohnt! Danach kamen wir ins Grübeln. Während draußen die Klimaaktivisten am Boden lagen, brannte im kompletten Rathaus am Vormittag (und auch den ganzen Tag über) das Licht. War das nötig? Natürlich nicht. Aber vielleicht wird der Strom auch von csU-Praktikanten in einem Laufrad im Keller produziert? Solange diese Frage nicht eindeutig geklärt ist wage ich mal die These, dass das Rathaus wohl weiß was es tut!

Nach einem kleinen geschichtlichen Exkurs von Frau Weber über 400 Jahre Ratssitzung im Rathaus, die die Stadträte sichtlich begeisterte und tosenden Applaus der Sitzungsgeldverschlinger zur Folge hatte, ging es dann endlich los! Das heißt noch nicht so ganz. Der Ton und das Bild waren mal wieder miserabel – Tradition wird eben gepflegt in Augsburg. Ganze sechs Medien-facharbeiter die am Fernseher und an den Boxen rumfummelten waren nötig, um nach handgestoppten 15 Minuten die Lautstärke auf ein angenehmes Level zu bekommen. Was für ein Service (einen Stream für alle außerhalb des Rathauses gab es natürlich nicht, wo kommen wir da hin? Krankmachen oder Sonderurlaub ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, oder?!)

Bevor es richtig losgehen konnte, wurde natürlich noch in alter Tradition die Tagesordnung in Usain-Bolt-Geschwindigkeit durchgerannt, und von Frau Weber zügig die Abstimmungspunkte vorgetragen, welche zur Sammelabstimmung abgestimmt werden sollen. Wir haben uns aus Leibeskräften bemüht mitzuschreiben; es ist uns nicht gelungen. Fleischverweigerer Wegner mel-dete sich zu Wort und sprach aus was viele dachten. Er möchte nicht in einer Sammelabstimmung über etwas abstimmen wovon er keine Ahnung hat (vermutlich ging es um Käse- und Milchkonsum). Unsere OB konterte souverän: „Herr Wegner, ganz ehrlich, ich glaube in diesem Haus hat keiner Verständnis für Sie!“ Lustigerweise gab es hierfür den größten Applaus des Tages. Aber logisch: Stadträte werden immerhin nicht nach Stunden bezahlt, also warum auch unnötige Abstimmungen, die die csU schleunigst weghaben will, nicht schnellstmöglich abhaken. Seien wir ehrlich, wenn die csU und Grünen sich einig sind, dann ist es eh schon durch! Demokratie kann so herrlich einfach sein.

Dann geht es endlich zur Thematik „Staatstheater“. Sage und Schreibe über 6 Stunden (mit einer Gnadenstunde Mittag dazwischen) zieht sich diese Kaugummidebatte, von der man eh schon vorher wusste wie sie ausgeht. Hab ich schon erwähnt, dass Demokratie, sofern ich die Mehrheit im Stadtrat stelle, so herrlich simpel sein kann? Nun denn, erstmal zeigt uns einer der wahren Stadtregenten aus dem Triumvirat Merkle-Kränzle-Dietz was alles am Gebäude neu gemacht werden muss. Spoiler: Im Prinzip alles! Über die Summen, welche auf die Stadt zukommen schweige ich an dieser Stelle, in ausreichender Fachliteratur im World Wide Web ist dies alles nachzuschlagen und munter in den Kommentarspalten mitzudiskutieren.

Finanzreferent Roland Barth spricht von einem „Jahrhundertprojekt“. Ich stelle mir die Generation im Jahr 2120 vor, wie sie staunend vor einem Staatstheater steht, in welchem jede Vorstellung so stark besucht ist, dass die Leute stehen müssen, und sich dann sagen: Danke! Danke lieber Stadtrat 2020, dass ihr uns dieses Jahrhundertprojekt ermöglicht habt. Aber dann wache ich doch wieder auf! Träumen wird man ja wohl noch dürfen! Ebenso erläutert Barth, das Theater sei „ein Prestigefaktor, der nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte“. Auch wird wieder auf die Historie der Stadt zurückgegriffen. 1870 sei es dem Stolz der Bürger zu verdanken gewesen, dass das Theater gebaut wurde. 1945 sei es der Stolz der Bürger gewesen das Theater wieder aufzubauen (vielleicht hätte man manche Sachen einfach liegen lassen sollen). Der Geschichte in allen Ehren, dass sich eine Stadt immer noch Prestige durch ein Theater holt, ist schon irgendwie voll 20. Jahrhundert.

Zwischendurch musste ich übrigens mal kurz aufs Klo. Zwei Stadtratsmitglieder der AfD begeben sich ebenfalls zum Wasserlassen und unterhalten sich ungeniert wie „langweilig“ doch die heutige Sitzung wieder wäre. Da stehen dann einfach so ca. 3200€ monatliche Steuergelder beim urinieren. Naja, wollte ich nur mal erwähnt haben.

Endlich dürfen die Stadträte zu Wort kommen. Es gibt per Handzeichen über 15 gewünschte Redebeiträge. Vor lauter Kratzen meiner Stresspickel bekomme ich schon wunde Stellen. Auf den Wunsch von Frau Weber, jeder solle sich daher kurzfassen, damit jeder zu Wort kommt, reagiert Peter Hummel von den Freien Wähler erstmal mit einem 15 Minuten Redebeitrag, herrlich! Wie sind nochmal die 6 Stunden der Debatte zusammengekommen? Gute Frage!

Die AfD schockiert mit ihrem konstruktiven Redebeitrag. Man werde weder so, noch so abtimmen (später haben sie dann doch in eine Richtung abgestimmt, lol). „Not macht erfinderisch, vielleicht gilt das auch für unsere Stadtregierung“, so Jurca (ca. 1600€ monatliches Steuergeld im Stadtrat). Sapperlott, da hat uns die AfD doch tatsächlich unseren Standpunkt irgendwie geklaut. Jetzt müssen wir uns natürlich was Anderes überlegen. Denn frei nach unserer Europaidee stehen wir natürlich in der absoluten Mitte zur Thematik Staatstheater:

Nach einigen Stadtratsitzungen, an denen ich schon die Ehre hatte als Zuschauer teilzunehmen, kann ich immer wieder nur für folgenden Vorschlag plädieren: Lasst das Rathaus Rathaus sein und verlegt die Stadtratsitzungen einfach gegen einen kleinen Obolus ins Staatstheater. Ganz ehrlich, besseres „Theater“ findet man nirgendwo in ganz Augsburg! Case closed!

Im Laufe der Debatte folgen dann noch einige Zitateperlen. Hier einige davon:

  • „Das Gebäude ist in einem viel schlechteren Zustand als man erwarten konnte“
  • „Es wird ein Theater der Zukunft“
  • „Was man für sein Geld bekommt ist sehr viel meiner Meinung nach“
  • „Kann es sich die Stadt leisten, KEIN Staatstheater zu bauen“
  • „Wir müssen bauen, denn günstiger wird es nicht mehr“

Sollte es der Menschheit je gelingen einen fliegenden DeLoreon zu bauen um damit in die Zukunft zu fliegen, prophezeie ich folgendes Szenario:

Dann wurde endlich abgestimmt. 38 zu 22 Stimmen für den Umbau und damit die Mehrkostentragung für das Staatstheater. Nicht sonderlich überraschend, haben ja csU und Grüne zusammen 35 von 61 Stadträten, also rund 57%. Es ist somit egal, wie lange oder intensiv debattiert wird. Solange sich die csU etwas vornimmt, wird das auch leider durchgehen. Die Grünen, die laut Herrn Dr. Freund ja die Bettvorleger der csU sind, werden immer mit ihrer neuen Mutterpartei konformgehen – Uneinigkeit in der Regierung wäre ja ein handfester Skandal. Dann doch lieber gegen seine eigenen Prinzipien gehen und schön weiter mitregieren. Die Einigkeit und das Miteinander, welches in der ersten Sitzung des neuen Stadtrats ausgerufen wurde, sind natürlich schon längst wieder dahin. Cäsar und Brutus hatte auch mal ihre Einigkeit bekundet, wies ausging wissen wir!

Puh, wir hätten uns da über 6 Stunden Debatte leider ersparen können. Kann ganz schön ermüdend sein. Und auch sehr frustrierend, wenn man eigentlich vorher schon weiß wie es ausgeht. Die Krisenmanager werden weiterhin noch einiges zu tun haben. Ich sehe jetzt schon die Artikel in einschlägigen lokalen Medien wie „Bau wird immer teurer“, „Fertigstellung verzögert sich wei-terhin“, „Anwohner werden vom Baulärm krank“ und ach was weiß denn ich. Probleme die man sich selber schafft, werden auch irgendwie gelöst, sprich die Krisenmanager haben weiterhin Arbeit und können mit Leidenschaft an die Sache rangehen und haben so mehr davon. Wer sein Fahrrad eben liebt, der schiebt!

Und so sieht es aus, wenn nach 7 Stunden Stadtrat noch vier wackere PARTEI-Genossen im Saal übrigbleiben und sich endlich mal in aller Stille Qualitätsfernsehen gönnen können (Anmerkung: nachdem wir gingen kamen wieder neue Ehrenleute zum weiterverfolgen):

Zum Ende noch die „Liste der coolen Leute“:

Horst Hinterbrandner, für seinen Ausspruch, dass er ja auch eines Tages mal ein „alter weißer Mann“ wird, ohne zu erwähnen, dass er ja eh schon bei der csU ist!

Christine Wilholm, für ihren freundlichen Umgang mit potenziellen Wählern auf Social-Media ala „Spinnst du jetzt?“ und „Du willst es wohl nicht verstehen“. Bei den Umfragewerten der Lin-ken gehören da echt Eier dazu!

Lisa McQueen, dafür, dass sie sich wieder einen über 10 Stunden Marathon-Stadtrat gibt im Namen unserer sehr guten Partei Die PARTEI. Wir konnten nach 8 Stunden einfach nicht mehr.

Peter Hummel, für seinen kreativen Projektvorschlag „Sinn-City“. Wenn dich ein Buchstabe vor einer Urheberrechtsklage rettet – Leben am Limit!

Es gibt Jahre, da sollte man lieber im Bett bleiben. 2020 zum Beispiel. Ein FDP Politiker wird in der Zone, mit Stimmen der CDU und der AfD, zum Ministerpräsidenten gewählt, die letzte Folge der Lindenstraße wird ausgestrahlt, der große Jerry Stiller will sich diesen ganzen Scheiß mit 92 Jahren wohlverdient nicht mehr antun, und Norbert Blüm hilft seine gesicherte Rente auch nicht mehr. Ach ja, und irgendeine Biermarke betreibt gerade reges weltweites Sponsoring…oder so ähnlich.

Es gab aber auch Gutes in diesem Seuchenjahr zu vermelden. Neben meinem Willen, meinen geistigen Dünnpfiff in Textform zu posten, wurde die sehr gute Partei Die PARTEI mit einem Sitz in den Augsburger Stadtrat gewählt, hurra! Auch wenn es diverse Lokalblättchen nicht für möglich gehalten hatten. Endlich wurden wieder Weimarer Verhältnisse in Augsburg eingeführt, pünktlich zum 100. Jubiläum der „goldenen 20er Jahre“. Wir arbeiten daran!

Spannend endlich mal live zu erleben wie es in so einer 4 Stunden Sitzung abläuft, wenn man sie auch selber zu einem Teil mitgestalten kann. Sorry, aber länger schaffe ich es nicht dazusit-zen und mir alles unbezahlt anzuhören. Ich bin ja vielseitig desinteressiert, muss mir aber auch nicht alles gefallen lassen. Immerhin reiften bei der letzten Sitzung am 25.06. mal wieder allerlei Erkenntnisse, die ich hier gerne mit unserem Wahlvieh teilen möchten.

Erkenntnis 1

Die Stadt ist immer noch nicht in der Lage „Die PARTEI“ richtig zu schreiben. Weder auf der Tagesordnung, noch bei sämtlichen Onlineauftritten. Verständlich, haben wir damals in Textver-arbeitung in der Schule nicht gelernt, dass man die Großschreibtaste nicht zu lange beanspru-chen sollte? Schön, dass wenigstens bei ein paar diese Lehre hängen geblieben ist. Oder ist es mangelnder Respekt, oder Google-Faulheit, oder Copy und Paste Verweigerung? Wer weiß das schon so genau!

Erkenntnis 2

Hurra, der Stadtrat tagt endlich nicht mehr in der Kongresshalle, sondern wieder im Rathaus. Nachteil: Besucher sind im Saal jetzt unerwünscht. Stattdessen wurde in der Halle im Erdge-schoss großzügig für den Pöbel aufgetischt. Ganze 15 Sitzplätze mit 1,5m Abstand wurden ge-schaffen und ein Fernseher aufgestellt. Der Rest musste halt stehen oder am Boden sitzen. Nur wahre Statik Kenner wissen, dass der überdimensionale Saal nicht für einen 2. Fernseher oder mehr Stühle ausgelegt war, da sich die Leute in Corona-Zeiten sonst verteilt hätten und nicht dicht aneinander stehend sofort über die Sitzung sich hätten austauschen können – genial! Dass man keine Masken aufsetzen musste, sondern erst als 2 Stockwerke über uns die Sitzung an-ging, lass ich mal unbeantwortet stehen.

Eine Sitzung online zu streamen, um sie der breiten Masse in Nachhinein zur Verfügung zu stel-len, ist selbstverständlich Blödsinn. Jeder Mensch sollte doch in der Lage sein, sich an einem Donnerstag beruflich den kompletten Nachmittag freizuhalten?! Uninteressiertes Pack!

Erkenntnis 3

Die Opposition kann noch so toll aufgestellt sein, die CSU und die Grünen haben die Mehrheit, dürfen also im Prinzip machen was sie wollen (z.B. auch die Öffis teurer machen, auch wenn auf den Wahlplakaten was Anderes steht, oder wie sagte einst Konrad Adenauer: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“. Regieren ist halt schon geil trolololol). Schön zu verfolgen bei der Wahl der beiden offenen Referatsposten. Ich erspare mir die Rekapitulation der ersten Stunde, in der von der Opposition der schlechte Stil, dass nur die Regierungsparteien die Kan-didaten ausgewählt haben, angeprangert wurde, und springe gleich zur Abstimmung. Diese wird, wie so viele die schnell durchgewunken werden, zack zack vorgelesen. Wen es interessiert, ich hab versucht mitzuschreiben:

Abstimmung Referat 3

  • 36 Stimmen Martin Schenkelberg
  • 16 Stimmen ungültig
  • 4 Stimmen Dr. Stefan Kiefer
  • 2 Stimmen Leo Dietz
  • 1 Stimme Ruth Hintersberger

Abstimmung Referat 5

  • 35 Stimmen Jürgen Enninger
  • 17 Stimmen ungültig
  • 2 Stimmen Dr. Stefan Kiefer
  • 2 Stimmen Benedikt Lika
  • 1 Stimme Roland Wegner
  • 1 Stimme Leo Dietz (was für Allrounder!)
  • 1 Stimme Frau mit Doppelname

Auch interessant, dass bei über 100 Bewerbern kein geeigneter Augsburger gefunden werden konnte. Martin Schenkelberg, gebürtiger Rheinländer und wohnhaft in Franken, laut eigener Aussage seit 23 Jahren „mit Überzeugung“ bei der CDU (na gut, die Leiden seines Gottes Jesus kann er zumindest schon mal nachvollziehen) und Jürgen Enninger, wohnhaft und beruflich in München.

Erkenntnis 4

Stadträte verzichten gerne mal aus solidarischen Gründen auf ihre „Entschädigungen“, naja viel-leicht nicht sofort. Auf den Vorschlag, in Corona-Zeiten doch mal ein bisschen ein Signal nach außen zu setzen und die großzügigen Entschädigungen anzupassen, während tausende in Kurzarbeit geschickt werden, oder gar ihre Jobs verlieren, wurde nur so halbherzig umgesetzt.

Immerhin wurden in den letzten 6 Jahren die Bezüge laut eigener Aussage um 30% erhöht. Ja klar, die würde ich mir doch auch nicht für das murrende Volk wieder nehmen lassen! Daher hat die Fraktion CSU/Grüne logischerweise den Vorschlag eingereicht das ganze erst ab 1.1.2022 geltend zu machen. Sowas zieht ja einen Rattenschwanz an Bürokratie sicher mit sich, die armen armen überarbeiteten Beamten. Mit 56 zu 3 Stimmen wurde es natürlich angenommen. Die Kö-nigslösung! Das Zeichen wurde fürs Volk gesetzt, und wer denkt da schon noch in einem Jahr darüber nach. Man kanns ja insgeheim immer noch kippen, hihi, und kein Stadtrat kann nicht behaupten, er habe nicht solidarisch für die Anpassung gestimmt, ein Geniestreich!

Unsere Lisa hat übrigens zwar auch für die Annahme gestimmt. Begründung: „da ging es nur um ehrenamtlichen Mitglieder und zum Beispiel nicht die Referenten und die OB selbst, das hat mir da drin gefehlt, denn das wäre ebenfalls mitzubeachten.“ Genial, Geld behalten und trotzdem ein reines Gewissen – da haben wir uns sauber aus der Affäre gezogen!

Erkenntnis 5

Leider wurde unser Antrag, den Stadtteil „Kriegshaber“ in „Friedensbringer“ umzubenennen mit einem historisch knappen Ausgang von 1 zu 58 Stimmen abgelehnt. Skandalös hierbei, dass sämtliche Parteien, außer wir natürlich, konform mit der AfD abgestimmt haben. Sapperlott! Mehr Worte an dieser Stelle nicht, Lisas Rede plus der Antrag können auf Facebook oder unserer Homepage eingesehen werden. Die Erkenntnis, dass alle Stadträte plus das hochgeschätzte Onlinepublikum von diversen kostenlosen Nachrichtenseiten immer noch nicht so ganz umreißt um was es uns bei solchen Anträgen geht, hat uns köstlich amüsiert. Was soll man noch groß sagen? Krieg, der Wohnungsmarkt und Politik bringen das Schlimmste im Menschen hervor.

An dieser Stelle nur noch die einzige Wortmeldung der AfD in 4 Stunden von uns beigewohnter Sitzung:

Jurca: „Ich weiß jetzt nicht, ob das einfach nur Satire ist, aber denke wir können uns den Schmarn sparen!“

Weber: „Herr Jurca, Anträge in diesem Haus als Schmarn zu bezeichnen zeigt nur von Respekt-losigkeit. Ich bitte dies in Zukunft zu unterlassen“

Abschließend möchte ich noch eine neue Rubrik gleich zu Beginn starten, die „Liste der coolen Leute“, in denen ich immer wohlwollend bei jeder Ausgabe coole Leute erwähne:

Eva Weber, für ihren Konter gegen den geistigen AfD-Einwand.

Dr. Stefan Kiefer, für den Spruch über die Grünen: „Als Tiger gestartet, als Bettvorleger [der CSU] geendet.

Lisa McQueen, dafür, dass sie sich diese Sitzungen einfach stundenlang gibt und aufpasst, im Gegensatz zu einigen anderen. Ja, das kann man als Zuschauer herrlich beobachten.

Gerd Merkle, dafür, dass er mir nicht böse war als ich ihn am Eingang nicht erkannt habe und fragte ob er zum Stadtrat gehört.

In diesem Sinne, bleibts gesund!

Euer Thomas

29. Mai 2020
Lisa McQueen

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber,

ich Lisa McQueen Einzelstadträtin Die PARTEI, stelle folgenden

ANTRAG

auf Umbenennung des Stadtteils „Kriegshaber“ in „Friedensbringer“

BEGRÜNDUNG

Immer wieder stoßen wir in Augsburg auf die Überreste des ersten und zweiten Weltkrieg. Unter anderem wurde in der Sitzung am 28.05.2020 von Gerd Merkle auf die Gebäude in der Reese auf alte Nazi-Strukturen aufmerksam gemacht, die nun Abgerissen sind/werden. Zudem wurde auch die Umbenennung der Langemarckstraße seit Jahren diskutiert und nun beschlossen. Da es offensichtlich ist, dass die Stadt nicht in der Vergangenheit versumpft, sondern nach vorne schauen möchte und eher positive Namen statt Namen mit kritischen Geschehen haben möchte ist es unausweichlich Kriegshaber in Friedensbringer umzubenennen. Man kann und will sich nicht länger mit Tod, Tyrannei und Unterdrückung identifizieren, sondern zeigen das Augsburg eine weltoffene Stadt ist.

Ein weiterer Punkt der für die Umbenennung spricht: Man kann nicht Friedensstadt sein wollen und einen Stadtteil mit den Namen „Krieg“ führen.

P.s.: Sollte dieser Antrag nicht Mehrheitsfähig sein wird mein nächster Antrag sein „Kriegshaber“ aus der Friedensstadt Augsburg auf Ewigkeit zu verbannen.

Mit vielen lieben Grüßen
Lisa McQueen

29. Mai 2020
Lisa McQueen

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber,

ich Lisa McQueen Einzelstadträtin Die PARTEI, stelle für die Stadtratssitzung am 24.06.2020 folgenden

ANTRAG

  1. Augsburg braucht wieder einen Stadtmaler, die Stelle soll ausgeschrieben werden und für einen Zeitraum von drei Jahren besetzt werden und dem Referat „Bau“ untergeordnet sein.
  2. Die Augsburger Innenstadt muss wieder für legale Wandbemalungen und Murals zur Verfügung gestellt werden. Aus rein historischer Sicht ist dies ein „MUSS“.
  3. Private Immobilien Eigentümer sollen auch in der Innenstadt selbst entscheiden dürfen, ob sie Ihre Fassaden bunt gestalten lassen möchten oder nicht.
  4. Kunst am Bau muss in Augsburg stärker berücksichtigt werden, dafür muss Geld vorhanden sein oder an anderer Stelle am Bauprojekt eingespart werden.

Begründung

Wieso lässt man unsere Generation und ihre Künstler keinen Fußabdruck ihrer Zeit hinterlassen und Geschichte „malen“ für die Menschen und Augsburger in 200 Jahren. Viele Jahrhundert war Augsburg das deutsche Zentrum der Fassadenmalerei. Es gibt aus historischer Sicht keinen Grund „Fassadenmalerei“ in der Innenstadt zu untersagen. Es ist förderlich um die echte Geschichte unserer Stadt zu erhalten.

Unsere heutige Ansicht von unserem Stadtbild ist historisch gesehen schlichtweg falsch und wir sollten anfangen zu unseren Wurzeln zurückzukehren. Das ist eine Maßnahme, um auch unerwünschte Grato zu unterbinden. (Wo buntes ist, muss man auch nichts hin malen)

Ein kleiner Einblick in unsere Stadtgeschichte:

Allgemeines

Noch bis vor dem Zweiten Weltkrieg konnte man an vielen Augsburger Gebäuden die für die Fuggerstadt typischen Fassadenmalereien bewundern. Die Erinnerung daran halten einzelne Gebäude wie das Weberhaus , das Kathan-Haus und Bilddokumente im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege aufrecht, die sehr alt sind. Heute geben praktisch nur noch diese Bilder eine Vorstellung von dem sinnlichen Glanz, den die vielfältige Farbigkeit der Gebäude in früheren Zeiten verströmte.

Viele Jahrhundert war Augsburg das deutsche Zentrum der Fassadenmalerei.

Geschichte

Schon im 16. Jahrhundert begannen zahlreiche Augsburger Hauseigentümer, ihre Gebäude mit Fassadenmalereien zu schmücken. 1503 berichtete Anton Lalaing, der Kammerherr Philipps des Schönen, dass Augsburg voll sei „von schönen Häusern, die in der Mehrzahl bemalt sind“. Und 1644 schwärmte Kardinal Rossetti in einer Reisebeschreibung von den auf der „Straßenseite prachtvoll bemalten Gebäuden, wodurch das Gemüt ergötzt, zur Bewunderung hingerissen wurde und die Feinheit der Bemalung die Meister lobte“.

1790 zeigte sich Johann Wolfgang von Goethe von den Augsburger Fassadenmalereien sehr beeindruckt. Besonders bewunderte er die Werke von Johann Evangelist Holzer ? und „Holzers Freiheit durch den frohen Begriff, an Häusern außen zu malen. Ich halte das für einen glücklichen Stand, wer Heilige an den Außenwänden malen konnte und wollte. Die Fröhlichkeit und Freiheit vergleicht sich mit nichts. Der Teufel hole den Geschmack, der ernst und traurig ist. Augsburg dagegen ist Sonnenschein“ (Maximen und Reflexionen). Die besten und bekanntesten Maler ihrer Zeit wurden mit der Bemalung von unzähligen Augsburger Fassaden beauftragt, sodass Johann Wolfgang von Goethe meinte, er müsse in Augsburg keine Galerie (Museum) besuchen, das man die besten Arbeiten in der frischen Luft an den Fassaden bestaunen könne.

Quelle: Matthias Stöbener AugsburgWiki
Fassadenmalerei in Augsburg vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Doris Hascher 504 Seiten
ISBN-10: 3896390279

Das Konzept des Ensembleschutzes in seiner heutigen Form entstand in den siebziger Jahren. Die Stadt Augsburg hat hier wohl einiges falsch verstanden.

Die prägende Bauweise und Fassadengestaltung der Siebziger (Bauhaus – grau, weiße, kühlfarbene Kuben) wurde als schützenswerter Stil übernommen, der sich nach der Entstehung des Ensembleschutzes bis heute durchzieht.

Das ist aber nicht unsere historische Vergangenheit, sondern eine farbenfroh gestaltete Stadt.

Mit vielen lieben Grüßen
Lisa McQueen

25. Mai 2020
Lisa McQueen

geehrte Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber, ich, Lisa McQueen (Einzelstadträtin) Die PARTEI, stelle ! ür die Stadtratssitzung am 28.05.20 folgenden

DRINGLICHKEITSANTRAG

ERHALT von Reesetheater Soldatenkantine Gebäude an der Somme 38 und 40 +Vorplatz

Begründung

Den Blick aufs Große und Ganze nicht zu vergessen bedeutet auch unsere Heimatstadt mal aus der Vogelperspektive zu betrachten und dann Stadtpark und Parklandschaften zu suchen. Ist schon jemand aufgefallen, dass Augsburg nur einen einzigen richtigen Park besitzt: den Wittelsbacher Park. Alles andere sind Fleckchen (z.B. Hofgarten) und Streifen (z.B. Wertach bei Pfersee und Göggingen).

Und Paradebeispiel für Verbauung und Verstopfung mit Wohnbau ist der Martini-Park, besser gesagt das Rudiment, das von ihm übrig blieb und die üble Geschichte mit dem Abriss des Gärtnerhauses. Kurz: Es wird immer mehr Wohnraum im Sinne von Wohnblöcken und Wohnungen geschaffen, aber der Raum zum Atmen und für freie Bewegung wird immer enger. Gerade im Westen (Pfersee und Kriegshaber) nimmt die Bevölkerungsdichte gerade rasant zu.

Die Stadt muss die Chance nutzen, die ihr mit dem Erhalt des historischen Gebäudeensembles der Reesekaserne geschenkt wird! Denn diese Gebäude (Kantine, Theater und die großen Kasernengebäude an der Somme) sind die Verortung eines neuen Parks.

Zusammen mit der Grünfläche westlich vom Abraxas (Spielplatz Reese Park) und dem überaus schützenswerten, multikulturellem Gemeinschaftsgarten (Grow up) mit den mythisch anmutenden Bäumen beim Theater bis hin zum Skatepark am Reesepark ergäbe sich die Möglichkeit einen kleinen Landschaftspark in englischer Manier zu gestalten und einen zusammenhängenden Grüngürtel zu schaffen. – Es ist noch genügend (Be)Bauplatz zwischen der ‚Reese- Allee‘ und ‚Am Exerzierplatz‘ westlich des Kasernenareals.

Die alten Gebäude wirken beruhigend wie so vieles lang Dagewesenes und bieten einen angenehmen Kontrast zur Uniformität der dahinterliegenden Zweckbaumonotonie. Dazu Laubbäume, vielleicht noch ein Teich mit Brunnenanlage und eine Fahnenstange für den Appellplatz und dezente landschaftsgartenorientierte Bepflanzung.

Und die Gebäude könnten vielleicht sogar wieder von Künstler*innen genutzt werden. Wofür sie sich dann letztlich eignen, darüber kann ja weiter gesprochen werden. (Auch die Kasernen im Viertel Cramerton wurden Wohnraum ohne Abrissaufwand).

Was jetzt Not tut, ist jede Art von sonst den Abrissarbeiten immer vorausgehenden Baum ! ällungen sofort zu unterbinden! Und dann muss mit der Abbruchfirma ersatzweise eine Mithilfe bei der Sanierung der Gebäude angeboten werden. Auf keinen Fall darf etwas abgebrochen werden!

Tun wir etwas für Erholungs- und Begegnungsmöglichkeiten in der Stadt, für das historische Erbe und die kulturelle Aufwertung unserer Stadt und auch für das Grün, für die Reduzierung von O2 & Emissionen und Nachhaltigkeit! Ich hoffe, dass die Initiative ‚Augsburgs Erbe bewahren‘ viele Menschen ins Boot bekommt und wenigstens im Falle der Reesekaserne einen Abriss effektiv stoppen! Das Beispiel des amputierten Martiniparks mit unwiederbringlich niedergemachtem Gärtnerhaus muss genügen und bedarf keiner Wiederholung!

Mit vielen, lieben Grüßen
Lisa McQueen

24. Mai 2020
Lisa McQueen

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber,

ich, Lisa McQueen (Einzelstadträtin) Die PARTEI, stelle für die Stadtratssitzung am 28.05.20 folgenden

DRINGLICHKEITSANTRAG

Grüne, saftige Wiesen statt Betonwüsten

Eine Umgestaltung des Vorplatzes bei St. Michael halte ich als alte Pferseeerin für sehr sinnvoll. Nun möchte ich an den Stadtbaumeister appellieren, dieses Mal nicht wieder einen grauen, unattraktiven Ort aus diesem Platz zu machen. Das Konzept ist gut, doch könnte man mit einer Rasenfläche inklusive Wildblumenwiese, der Pflanzung von Obstbäumen und einem Kiespfad, das ganze sehr viel freundlicher gestalten, so dass der Platz wirklich zum verweilen einlädt. Begründung Eine Grünfläche ist gut für das Klima und für das Empfinden der Anwohner, die den Platz nutzen. Hier kann man sich vorstellen, ein Buch auf einer Bank oder einer Decke zu lesen und mit den Füßen im Gras zu verweilen.

Ein gepflasterter Vorplatz hat immer etwas kühles und steifes. Diese Fehler hat man meiner Meinung nach bereits beim Kö-Umbau und bei der Planung des Vorplatzes des „Archiv des Bistums Augsburg“ in Oberhausen gemacht. Man hat an Grünfläche bzw. Blumenbeeten gespart, obwohl es sehr viel günstiger gewesen wäre eine Rasenfläche zu säen, als einen Platz vollkommen mit Pflastersteinen zu legen. Natürlich sehe ich die fortlaufende Arbeit dabei, ein Rasen muss gemäht werden und Blumen gepflegt werden, doch für ein ansehnliches Stadtteilbild wäre es von Vorteil. Wir haben bereits den Theodor-Heuss-Platz, der vom Konzept sehr ähnlich ist. Aber es muss doch nicht in jedem Stadtteil alles fast identisch aussehen, es reichen schon die Neubaugebiete in den verschiedenen Vierteln, das alte Hasenbräu Gelände, das ehemaligen Reese-Areal und das „neue“ Textilviertel, all diese Bebauungen sehen fast gleich aus. Lassen Sie uns mutig sein und uns a weng aus ́m Fenster lehnen!

Mit vielen, lieben Grüßen
Lisa McQueen

24. Mai 2020
Lisa McQueen

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber,

ich Lisa McQueen (Einzelstadträtin) Die PARTEI, stelle folgenden

ANTRAG

Die Pflanzung einer Tanne auf dem Augsburger Rathausplatz

Augsburg hat aktuell wieder den Christbaum für kommenden Dezember ausgeschrieben und alle Bürgerinnen und Bürger im In- und Umkreis von Augsburg dazu aufgerufen Ausschau zu halten nach adäquaten Bäumen. Da die Islamisierung des Abendlandes noch nicht so weit fortgeschritten ist gehen ich davon aus auch in den kommenden Jahren einen Baum zu Ehren Christus in die Mitte des Rathausplatzes zu setzen. Dies ist ein schöner Brauch allerdings bieten sich hier diverse Verbesserungsmöglichkeiten. ​

Begründung

Zunächst ist es eine Zumutung die Augsburger*innen in Ihrer Freizeit das anstarren von Bäumen jedes Jahr auf ein neues zu beauftragen. Dieser Umstand kann mit einem fest verpflanzten Baum für die nächste Zeit unterbunden werden. Bäume beleben die Innenstadt nicht nur weil sie schön grün sind sondern auch Schatten spenden. So kann man sich an heißen Sommertagen gemütlich in den selbigen sitzen und ein Bier oder andere kühle Getränke sich einverleiben. Wir, die Stadt Augsburg, steuern unvermeidlich auf die Klimakatastrophe zu und können mit diesem Schachzug den Fridays for Future Organisatoren ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Zudem wird der aufwendige Transport sowie die Aufstellung nur einmal vorgenommen und nicht jährlich. Ein weiterer Vorteil ist: Man muss den Baum nicht entsorgen (Auch hier entfällt wieder der Transport sowie aufwendiges Abbauen).

Mit vielen lieben Grüßen
Lisa McQueen

8. Mai 2020
Lisa McQueen

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Eva Weber,
ich Lisa McQueen (Einzelstadträtin) Die PARTEI, stelle folgenden

ANTRAG

Die Immobilie der SWA Holding GmbH Peutingerstraße 9 soll auf weiteres, bis ein konkreter Plan der Eigennutzung erfolgt, als innerstädtisches Kunst- und Kulturzentrum umgenutzt werden, mit eigenständiger Galerie. Das braucht Augsburg. Eine Fläche in der junge und alte, gute Künstler und Kunsthandwerker ihre Werke vorstellen können, nicht nur temporär. Ein Beispiel hierfür ist das https://www.koesk-muenchen.de. Künstler sollen auch in der Innenstadt Fuß fassen können. Nicht nur am Rande der Stadt, denn kaufkräftige Kundschaft will spontan agieren, im innerstädtischen Raum.

Begründung

Ein jahrelanger Leerstand in der Innenstadt ist wirtschaftlich gesehen nicht förderlich. Diese Immobilie der SWA steht seit sehr langer Zeit leer. Eine Idee wäre, da sich die Immobilie in städtischer Hand befindet, den Kulturschaffenden Augsburgs eine Möglichkeit zu bieten, diese ungenutzte Immobilie der Stadt (bzw. Ihres Tochterunternehmens) mit bereichernden Ideen zu bespielen.
Aus den Reihen der SWA hieß es, Schulungsräume in diesem Objekt unterzubringen, ebenfalls steht in einigen Jahren ein Abriss dieser Immobilie an.
Erst eine teure Sanierung um ein Schulungszentrum möglich zu machen und gleichzeitig ist in Planung dieses Gebäude abzureißen. Dies ist ein doppelter Einsatz von sehr viel Geld, den sich unsere Stadt nicht leisten kann.
Wiederum können Künstler auch mit wenigen Mitteln und guten Ideen in diesem Haus einen echten Hotspot der freien Kunst etablieren und damit die Stadt wieder ein Stück lebendiger werden lassen, natürlich unter im Vorfeld vereinbarten Bedingungen.

Mit vielen lieben Grüßen
Lisa McQueen